Donnerstag, 16. Juni 2011

Garmin übernimmt Navigon


Navigationsspezialist Garmin hat angekündigt, den Navigationssysteme- und Software-Anbieter Navigon übernehmen zu wollen. Garmin unterzeichnete dazu eine entsprechendes Abkommen mit den Aktionären der Navigon AG. Nun bedarf es noch der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Über die finanziellen Rahmenbedingungen wurde Stillschweigen vereinbart.

Garmin will durch die Übernahme von Navigon vor allem im Bereich Automotiv und bei Mobil-Geräten profitieren. Navigon soll fortan als eine Tochtergesellschaft der Garmin Ltd. tätig sein. Das Unternehmen verfügt über eine sehr schnelle und präzise Routing-Software, die nicht nur im Auto, sondern besonders bei professionellen Anwendungen etwa in LKWs und im Flottenmanagement ihre Stärken hat. Auf Smartphones mit Android-Betriebssystem und besonders auf Apples iPhone ist Navigon stark vertreten. Gerade auf dem iPhone ist die Navigon- Software nicht nur eine der besten Onboard-Lösungen, sondern auch die beliebteste Navigationslösung. Was den attraktiven und wachstumsstarken Markt der Smartphone-Navigation anbelangt, hatte Garmin zuletzt auch in Kooperation mit Asus wenig Glück. Die lange angekündigten "nüviphones" fanden nur zum Teil und mit erheblicher Verspätung den Weg auf den deutschen Markt. Im vergangen Jahr dann kündigten Garmin und Asus ihrer Zusammenarbeit schließlich auf.

Im Motorradbereich sind unmittelbar keine Veränderungen durch den Zusammenschluss zu erwarten. Traditionell ist Garmin in Spezialbereichen, wie Outdoor, Marine oder eben auf dem Motorrad sehr stark und prominent auf dem Markt vertreten. Indirekt könnten aber auch Motorradfahrer in den Genuss der sehr interessanten Software-Lösungen von Navigon kommen. Bislang wartet man bei Garmin schließlich weitgehend vergebens auf eine sinnvolle Kategorisierung von Straßen, womit dann etwa auch neben der „schnellsten“ und „kürzesten“ Strecke auch eine „landschaftlich reizvolle“ oder „kurvenreiche“ errechnet werden kann. Hier könnten Motorradfahrer von Entwicklungen im Transportbereich profitieren, schließlich benötigen gerade LKW-Fahrer möglichst gute Informationen über Straßen, Brücken und Tunnel. Eben dazu benötigt man entsprechend kategorisiertes Kartenmaterial und eine Routing-Software, die solche Präferenzen verarbeiten kann.